Iran das Land für jede JahreszeitGeographie, Natur, Klima
In einer persischen Sage wird ein Weiser gefragt, was der Name ‚Iran' bedeute. Er antwortete: "Der blaue Himmel". Aber nicht nur ein ewig blauer Himmel erwartet den Besucher. Auch die grünblauen Wellen des Kaspischen Meeres, das tiefblaue Wasser des Persischen Golfes, die türkis und golden leuchtenden Kacheln auf den Kuppeln und Minaretten der Moscheen und das strahlende Weiß schneebedeckter Gipfel erfreuen das Auge eines jeden Betrachters.
Persien trägt seit 1935 offiziell den Namen ‚Iran' und ist schon aus Reiseberichten der Antike (u.a. von Herodot, um 490 v. Chr.) und durch die berühmten Reisebücher Marco Polos (1254-1324) als Land von märchenhafter Schönheit bekannt: Von der nördlichen Küste des Kaspischen Meeres bis zu den weißen Sandstränden am Persischen Golf bietet der Iran eine schier unendliche Vielfalt an landschaftlichen Varianten: Smaragd-grüne Gebirgswälder, Hügel und Täler, duftende Obst- und Teeplantagen und Reis-Felder im Norden, mit ewigem Schnee bedeckte Gipfel der zwei mächtigen Hochgebirge ‚Elburz' und ‚Zagros', die sich in nord-südlicher und west-östlicher Richtung quer durch das Land erstrecken, das ebenfalls gebirgige zentral-iranische Hochland, gewaltige Sand- und Salzwüsten in den zentralen Regionen, an deren Rändern die köstlichen Pistazien und Datteln geerntet werden, und die subtropischen Gebiete am Persischen Golf mit ausgezeichneten Wassersportmöglichkeiten.
Die nördlichen Nachbarn des Iran sind Armenien, Aserbaidschan und Turkmenistan, im Nordwesten grenzt der Iran an die Türkei, im Westen an den Irak und im Osten an Afghanistan und Pakistan.
Das Land kann grob in vier landschaftliche Großregionen mit unterschiedlichen klimatischen Bedingungen unterteilt werden: die Tiefebenen am Kaspischen Meer im Norden (durchschnittlich 24 m unter dem Meeresspiegel) und am Persischen Golf im Süden, die Hochgebirgsregionen von ‚Elburz' (höchster Gipfel der Vulkan ‚Damavand' mit 5670 m) und ‚Zagros' (höchster Gipfel ‚Alvand' mit 3574 m), und das zentraliranische Hochland, das im Norden und Nordosten vom ‚Elburz'-Gebirge, von Nord-West nach Süd-West vom ‚Zagros'-Gebirge und im Osten von Randgebirgen umgeben ist.
Das Klima im nördlichen Küstengebiet ist heiß und feucht, im Sommer steigen die Temperaturen bis 26° C, Frühling und Herbst sind angenehm mild, und im Winter sinken die Temperaturen bis 8° C. An den Küsten des Persischen Golfs liegen die Temperaturen im Sommer bei etwa 36° C - bei extrem hoher Luftfeuchtigkeit - und im Winter bei ca.16° C. In den Gebirgsregionen variieren die Temperaturen zwischen ca. 30° C im Sommer und 5° C bis -20° C im Winter. Die Temperaturen im Hochland liegen zwischen ca. 25°C bis 50° C im Sommer und 0° C bis ca. 15°C im Winter.
Die Temperaturen sind also - je nach Region und Höhenlage - sehr unterschiedlich. Im Frühjahr und Herbst ist es in Teheran oder Isfahan angenehm warm, während das Wetter an der Golfküste sehr heiß und schwül sein kann. Besonders in den Hochlagen der Gebirge kann es während des gesamten Jahres zu starken Temperaturschwankungen kommen.
Reisen im Iran hat seinen ganz besonderen Reiz. Aufgrund der unterschiedlichen ökologischen Strukturen in den verschiedenen Regionen des Landes ist eine große Vielfalt von Klimazonen und Landschaftsformen entstanden. Darüber hinaus wechselt auch das Erscheinungsbild der Menschen im Iran, ihre Sprache, Kultur und Küche, ihre Lebensart, die Bauweise ihrer Häuser und die Art ihrer Kleidung von einem Landesteil zum anderen. Tatsächlich sind im Iran die einzelnen Völker und Stämme und ihre Lebensweise von der gleichen farbenprächtigen Unterschiedlichkeit wie die ihrer natürlichen Umgebung, und dennoch ist ihnen allen auf bemerkenswerte Weise eines gemeinsam: ihre große Gastfreundlichkeit, seit jeher die hervorstechendste Eigenschaft dieses Landes
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten:
Teheran fast immer der Ausgangsort einer Iran-Reise. Beeindruckend ist die Größe der Millionenstadt, die vielen breiten Straßen, die schönen Berge des Elburz, sowie der Kontrast zwischen alt und neu im Städtebau. In Teheran gesammelt sind in den wichtigsten Museen:
Archäologisches Museum mit Funden bis zu 7000 Jahre alt. Daneben das nachislamische Museum mit Ausstellungen von sehr schönen Gegenstände der persisch-islamischen Kunst. Das Glas- und Keramikmuseum ist in Verbindung mit dem Gebäude eine postmoderne Ausstellung. Der Golestan Palast mit dem ethnologischem Museum, der Marmorthronhalle und dem Gebäude des Schams ol-Emareh gehören zur Entstehungsgeschichte von Teheran. Viele glauben nicht, dass die Kronjuwelen der Pahlevi Dynastie alle am alten Platz im Juwelenmuseum zu besichtigen sind.
Das Teppichmuseum, ein Gebäude in kleineren Abmessungen abgeleitet von der amerikanischen Schatzkammer, beinhaltet Teppiche aus fast allen Provinzen Irans. Im Norden der Stadt liegt die Palastanlage der Pahlevi Dynasty, Saadabad.
Shiraz ist bei manchen Reiseprogrammen der zweite Anflughafen. Höhepunkt ist die Geschichte des Achämedischen Reiches vor allem unter Darius I.. Man fährt außerhalb Schiraz die Palastanlage Persepolis an und ein paar Kilometer weiter die Felsengräber Naghsche Rostam. Passargade ist weiter in Richtung Norden. Kyros des Grossen Stufengrabmal ist gut erhalten. Er war der Gründer der achämenidischen Königreiches.
Die Stadt selber, welche Ihre Blüte während der Zand Dynastie als Hauptstadt erlebte, ist weiter bekannt für seine Rosen, Poesie und Kunst. Für den weltbekannten Dichter Hafez und dem Dichter Saadi sind in den 70er Jahren die Grabanlage mit Mausoleen und Gartenanlage bebaut und verschönert worden.
Ein Rundgang durch den Bazar der Seraye Moschir und Bazare Vakil ist empfehlenswert.
Susa und Schuschtar werden oft auf längere Reisen angeflogen.
Im Südwesten des Landes ist die Stadt Susa, welche neben Ekbatana ( Hamedan) und Pasargade einer der drei Hauptstädte der Achämeniden gewesen ist. Die Ruinen der Palastanlagen kann man besichtigen. Das Grabmal des Propheten Daniel ist die nächste Sehenswürdigkeit.
Höhepunkt ist der Stufentempel (Zikurat) Chogha Zabil, die Kultstädte des elamitischen Königs Untasch Gal. Hier fanden Zeremonien mit Opfer statt.
Schuschtar ist eine kleine Stadt dessen Entstehungsgeschichte zum wichtigsten sassanidischen König Schapur I. im 3 Jhdt. nach Christus zurückgeht. Sie besichtigen hier die Unterkanalisierung eines Wassersystems mit Dämmen.
Kerman ist vor allem sehenswert, weil auf nicht großer Fläche die Elemente einer islamischen Stadt, Bazar, Moschee, Karawanserei, Hamam (Bad), Wohnviertel im sogenannten Ganjali-Khan Komplex nebeneinander liegen. Interessant ist vor allem das Ganjali-Khan Bad, welches in einem Museum umgebaut worden ist.
Von Kerman aus wird angefahren:
- in Mahan das Mausoleum von Nur ol-Din Nematollah-e Vali, ein Sufi Derwisch und Gründer eines Derwischordens.
- sowie den Prinzessinengarten, ein an einer Hanglage gelegener Garten verstuften Becken und natürlich funktionierenden Springfontänchen, bedingt durch einen höher vom Berg nach unten führenden Wasserkanal. Oben im Garten steht ein hübscher Pavillion. Angelegt wurde der Garten im 19 Jhdt. Während der Dynastie der Ghajaren Könige.
- Bam, die Wüstenoasenstadt mit den Dattelbaumplantagen und die ca. 20 h große Anlage der Zitadelle von Bam oder die Oasenstadt der Wüste, ist einer der nächsten prachtvollen Höhepunkte im Iran. Unten die Stadt mit Karwanserei, Moschee ,religiöse Schule und Wohnhäusern und die höher gebaute Festung mit Kaserne, Gefängnis, Herscherhaus und Vierjahreszeitenhaus. Ringsherum ziehen sich die hohen Lehmmauern mit Wachtürme, ca. 3km im unregelmäßigem Kreis. Hier soll auch die Technik des Lehmziegelbaus, typisch für Wüstenrandstädte, veranschaulicht werden.
Leider muss ich zu dieser Seite, heute im Januar 2004 ergänzen, dass Bam im Dezember 2003 von einem furchtbarem Erdbeben zum großen Teil zerstört wurde und wir abwarten müssen, bis die Festung wieder besichtigt werden kann.
Yazd
Sie besuchen die typischste Wüstenrandstadt Irans. Viele Lehmbauten und Windtürme prägen die Stadt. Auf den Ruinen eines Feuertempels ist die Jam-e Kabir Moschee gebaut. Die über den Bogen des Eingangsportal hochragenden zwei Minarette sind die höchsten im Land. Das Tekye Amir Chaqmaq, eine mit vielen Bögen-Galerien auf ein drei Etagen erbauter Arkadenbau und wird verwendet für die Veranstaltung von Selbstgeißellungen und Passionsspiele zum Anlass des Todestages des 3. Imams der Schiiten Hossein. Sehr schön ist die Innenkuppel des Mausoleums von Seyed Rukn-nu-Din. In Yazd leben ca. 12.000 Anhänger der ältesten persischen Religion, verbreitet vom Propheten Zarathustra. Im Ihrem Feuertempel brennt das älteste brennende Feuer im Iran. Es ist einst brennend von Susa hierher gebracht worden und ist nie erloschen und weitergepflegt worden. Die Stadt ist umgeben von den Schweigenden Türmen, auf welche die Zoroastrer bis vor ca. 30 Jahren Ihre Toten mit Ihrer eigenen Zeremonie bestatteten.
Im Dowlatabad Garten erleben Sie in einem ehemaligen Kaufmannshaus unter einem octagonalen Windturm die tatsächlich kühle Brise.
Nain
Häufig besichigt man auf der Fahrt von Yazd nach Isfahan in der Kleinstadt Nain die Jame Mosche, eine der ältesten Moscheen Irans, ein altes Kaufmannshaus mit kleinem ethnologischem Museum, Khaneye Pyrnia. Interessant sind auch die unterkellerten Kamelwollstoffwebereien.
Isfahan
Der Höhepunkt der Reisen vor allem für Touristen, die das erste mal den Iran bereisen, ist Isfahan. Diese Stadt erweckt erneut alle Eindrücke der Reise von Städten und Landschaften und ist die Zusammenfassung von 7000 Jahre alter vorgeschichtlicher ,vorislamischer und nachislamischer Kunst und Architektur in der persischen Historie. Isfahan Ist die Hauptstadt der Safawiden-Könige, mit Schah Abbas dem Grossen als der Bekannteste, gewesen.
Zentrum des Geschehens ist der Platz Naghsche Jahan (Muster der Welt) oder Emam Khomeini Platz.
Besichtigungen der wunderschönen Lotfollah Moschee und Emam Mosche sowie des Alighapoo Palast und der Bazar gehören zu fast allen Reisen. Vier Bauten, die jede mittig an den Seiten dieses rechteckig sehr großen Platzes gebaut sind.
1000 Jahre vor- und nachislamische Architektur sind vereinigt in der Jame Mosche. Der Vierzigsäulen Palast diente für Audienzen der Safavidenkönige.
Im armenischen Stadtteil Vank wird besucht die Vank Kathedrale mit Museum.
Bleiben noch anzufahren die Brücken über den Fluss Zayandehrud, 33 Bogen-, Khajou- und Schahrestan Brücke. Über die 33 Bogen Brücke wird ein Streifzug abends empfohlen. Sie werden beeindruckt sein von der Harmonie von Farben, dieser im Iran schönsten Stadt, und vor allem von der Freundlichkeit der Bevölkerung gegenüber Fremden. Bei Besuchen des Bazars und der Ladengeschäfte an den Seiten des Emam Khomeini Platzes lernt man das über Jahrhunderte erhaltene Kunsthandwerk dieser Stadt kennen.
Natanz wird oft angefahren von Isfahan aus, gegen Ende einer Rückreise auf dem Wege nach Teheran. Wunderschön sind entlang der schmalen kurvenreichen Strasse die verschiedenen Obstgärten.
Besichtigungen in Natanz umfassen die Jam-e Moschee, bedeckt mit sehr schönen Mustern, die Ruine eines Feuertempels hinter der Moschee und eine traditionelle Keramikwerkstadt.
Kaschan ist auch eine Wüstenrandstadt, gelegen am Rande der Großen Salzwüste. Vor allem wird man wieder von Windtürmen beeindruckt. Speziell das des großen Kaufmannhauses Khaneje Borujerdiha. Angefahren wird der Tappeye Sialk, ein archäologischer Siedlungshügel dessen Geschichte 7000 Jahre alt ist.